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Durch Reckung von Polymerfolien werden diese optisch anistrop und somit doppelbrechend. Es liegen richtungsabhängige Brechwerte vor.

Die Funktion der Verzögerungsfolien beruht darauf, dass einfallendes, polarisiertes Licht in zwei orthogonale Komponenten zerlegt wird, zwischen denen ein Gangunterschied in Abhängigkeit der Brechwertdifferenzen herrscht. Dieser Gangunterschied bewirkt eine Phasenverschiebung bzw. Phasendifferenz zwischen diesen. Die Richtung der verzögernden Komponente bezeichnet man als langsame Achse, zu der senkrecht die schnelle Achse liegt.

Mit Verzögerungsfolien kann aus linear polarisiertem Licht jeder Polarisationszustand erzeugt werden. Dabei haben sie auf unpolarisiertes Licht keine nutzbare Wirkung. Es lassen sich theoretisch beliebige Verzögerungswerte herstellen, jedoch sind nur einige davon in der Optik des sichtbaren Spektralbereiches von technischer Bedeutung:

Phasendifferenz Verzögerung Differenz R Wirkung
90° Lambda 1/4 140 nm zirkular polarisiertes Licht
180° Lambda 1/2 280 nm Drehen der Polarisationsrichtung um 90°
360° Lambda 1/1 560 nm Phasenplatte in Polarisations-mikroskopen und Spannungsoptik